Archiv für den Monat: September 2017

Ocik & Co. wollen die WM rocken – Leiding und Nwajide haben „105-Prozent-Ziel“

Der Deutschland-Achter mit dem für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 startenden Schlagmann Hannes Ocik aus Rostock ist bei den 47. Weltmeisterschaften ab morgen in Sarasota (Kalifornien) nach fünf Siegen in fünf Saisonrennen klarer Favorit.

Im Team des amtierenden Europameisters und Weltcup-Gesamtsiegers wird auch gar nicht in Abrede gestellt, dass schon der zweite Platz als Niederlage empfunden werden würde. „Wir sind hierher gefahren, um Weltmeister zu werden“, sagt Ocik, der schon zweimal (2013 und 2015) „Vize“ war. „Das ist unsere eigene Erwartungshaltung. Wir haben Bock, zwei Rennen noch mal richtig zu rocken.“ Sprich den Vorlauf und das A-Finale zu gewinnen. Womöglich in den Hoffnungslauf zu müssen, ist nicht vorgesehen.

„Wir hatten nach dem Weltcup-Finale in Luzern drei Trainingslager, da sind wir noch ein Stück fitter, die Bewegungsabläufe an Bord noch exakter geworden, konnten wir auch in der Feinabstimmung weitere Fortschritte erzielen“, weiß der 26-Jährige das große Selbstvertrauen zu begründen.

Malte Daberkow vom Olympischen Ruder-Club Rostock ist als WM-Ersatzmann vor Ort. In seinem ersten Männer-Jahr war die Hügelregatta Mitte Mai in Essen der bislang letzte „richtige“ Auftritt des 23-Jährigen. „Es gab Momente, wo ich durchhing, aber ich habe mir immer wieder gesagt, ich bin froh, dass Trainer Uwe Bender mir die Chance gibt, dabeizusein, und ich versuchte, mich auch ohne Wettkampfpraxis technisch und physisch zu steigern“, so Malte.

In Sarasota haben er und sein Kompagnon René Stüven (RV Emscher Wanne-
Eickel/Herten) rund um die Uhr Bereitschaft: „Unsere Aufgabe ist es, die ganze Zeit im Training an der Strecke einsatzbereit zur Verfügung zu stehen. Wir sind nur für die anderen Boote da.“

Julia Leiding (23) vom Rostocker Ruder-Club bildet schon die gesamte Saison über mit Carlotta Nwajide (22/Hannover) ein „Paar“. Die beiden Youngster, bereits 2012 in Plovdiv gemeinsam Junioren-WM-Dritte im Doppelzweier, starteten 2017 nie ohne einander, wurden Vierte der EM und (im Doppelvierer) beim Weltcup in Poznan. Hinzu kam, dort wieder zu zweit, Platz zehn beim WC in Luzern.

Das Duo Leiding/Nwajide hat sich für Sarasota viel vorgenommen. „Wir sind in der Vorbereitung rudertechnisch viel besser zusammengekommen, haben entscheidende Schritte machen können. Zudem fühle ich mich so fit wie nie. Deshalb wollen wir ins A-Finale und nicht bloß ganz gut mitfahren, sondern vor allem die Konkurrenten, die beim Weltcup in Luzern im B-Finale vor uns lagen (Italien, Griechenland, Tschechien – d. Red.), diesmal hinter uns lassen“, sagt die Niedersächsin.

Auch sie befinde sich „in einem sehr guten Zustand“, versichert Julia und ergänzt: „Das A-Finale ist unser 105-Prozent-Ziel. Sollten wir das schaffen, wäre das phänomenal. Dafür müssen wir aber über uns hinauswachsen.“

Und sehr schön formuliert die Rostockerin, worauf sich ihr Optimismus gründet, dass das erreicht werden kann: „Weil wir uns im Boot gegenseitig den Rücken frei halten und wie eine Fahrradkette ineinander übergehen.“

Autor: Peter Richter/NNN – Originalartikel

Letztes Wochenende vor der Weltmeisterschaft

Alle sind sie gestern im Laufe des Tages ausgeflogen an der Ruderakademie Ratzeburg: Einmal noch durften die Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft nach Hause, Montag geht es in die USA. Zwei Wochen hat das dritte und letzte Trainingslager in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften vom 24. September bis 1. Oktober in Sarasota (Florida) gedauert. Und wie immer während so einer langen Kasernierung namens Unmittelbare Wettkampf-Vorbereitung (UWV) lag stets der Lagerkoller auf der Lauer. Erst recht, da es auch noch häufig regnete,
meist windig und kalt war. Aber die Betroffenenwussten sich auch diesmal wieder zu helfen, zumal sie ja nicht eingesperrt waren. Hannes Ocik (Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75) besuchte zwischendurch „die Hochzeit meines großen Halbbruders Christian in Satow“. Das Team Deutschland-Achter, dessen Schlagmann er ist, unternahm vorige Woche einen Ausflug nach Warnemünde, war auf einer Rennyacht segeln. Einmal lud die Familie von Besatzungsmitglied Torben Johannesen (Bergedorf) zum Abendessen. Und im Camp in Völkermarkt (Österreich) „sind wir einen Tag auf einen über 2000 Meter hohen Berg, den Hochobir, gekraxelt“, erzählt WM-Ersatzmann Malte Daberkow (ORC Rostock). Julia Leiding vom hiesigen RRC und ihre Doppelzweier-Partnerin Carlotta Nwajide (Hannover) gehen durchaus auch mal getrennte Wege. „Bei drei Trainingslagern ist es unumgänglich, dass man seinen Rückzugsraum braucht. Und ich finde, wir verstehen uns eher sogar besser, wenn wir nicht die ganze Zeit aufeinander hocken“, sagt Carlotta, während Julia noch davon schwärmt, wie sie und ihre „Kolleginnen“ Daniela Schultze (Potsdam) und Annekatrin Thiele (Leipzig) im Camp in Weißensee (Österreich) Tandem Gleitschirmfliegen ausprobierten.

Hannes Ocik, Malte Daberkow und Julia Leiding (von links) (Foto: Peter Richter/NNN)


Abwechslung war stets willkommen, wenngleich harte Arbeit im Vordergrund stand. Am Donnerstag fanden noch die üblichen Relationsrennen statt: Der Achter „duellierte sich“ mit dem Doppelvierer, bei den Frauen trat der Doppelzweier gegen den Zweier ohne an. Nach einem letzten Training endete gestern die UWV, ging es noch mal in ein entspanntes Wochenende, bevor die Konzentration den nächsten Herausforderungen gilt: der Zeitverschiebung (Florida ist Deutschland sechs Stunden hinterher), den hohen Temperaturen und nicht zuletzt dem langen Flug. „Wir sind angehalten, Kompressionsstrümpfe zu tragen. Wir hätten auch die Möglichkeit, Schlafmittel und Thrombose- Spritzen zu bekommen, das habe ich für mich aber abgewählt“, so Julia Leiding. Hannes Ocik will an Bord ebenfalls nicht schlafen und auch nach der Landung noch möglichst lange aufbleiben. Sein Motto lautet: „Kaffee trinken, Cola trinken, Schlaf
verschieben“. Er sei ja in Sachen Jetlag relativ erfahren, so der Vize-Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016, und hoffe, dann „innerhalb von zwei Tagen den Rhythmus zu finden. Wichtig ist, dass wir alle erst mal körperlich und geistig ankommen. Zumal uns in Florida etwa 30 Grad erwarten.“ Montag um13.40 Uhr hebt die Mannschaft des Deutschen Ruderverbandes mit dem Flug Lufthansa LH 482 von Frankfurt am Main ab und landet um 18 Uhr Ortszeit in Tampa. Also 24 Uhr
MESZ.

Text: Peter Richter (NNN)

Feuerzangenbowlefahrt 2017

Aufruf an alle Freunde der Traditionsveranstaltung:

Termin : 30.09.2017
Treffpunkt : 09:00 Uhr
Ruderbootshaus
Unkostenbeitrag pro Teilnehmer : 5 EURO

Bitte tragt Euch bis zum 25.09.2017 in die Teilnehmerliste ein !!!

Das Organisatorenteam

Drei Tage wehte der Dannebrog auf der Warnow

Vom 24. August bis zum 27. August weilten Gäste aus Dänemark im Bootshaus des Rostocker Ruderclubs: neun Ruderinnen aus Kopenhagen – die meisten vom Hellerup Dameroklub.
Am Freitag ruderte die Gruppe bei gutem Wetter zum Schnatermann, nahm dort einen Imbiss und ruderte dann zurück zum RRC-Bootshaus. Am Abend folgte ein Ausflug in die Rostocker Innenstadt.

Ausfahrt zum Schnatermann am Freitag (Foto: Druckrey)


Am Sonnabend sicherten drei Ruderkameraden nach dem Frühstück den Transfer der Gruppe nach Kessin zum ORC. Beim Olympischen RC wurden die „Bützow“ und die „Challenge Day“ ausgerüstet und es folgte eine Ruderfahrt nach Schwaan mit Pausen in Papendorf und unter der Schwaaner Eisenbahnbrücke.

Die dänichen Ruderinnen genossen die Zeit an der Ostseeküste (Foto: Druckrey)


In Schwaan wurde das Quartier im Ausbildungszentrum Bützower Strasse aufgebaut und am Nachmittag bis Werle bei Schwaan mit Eispause auf dem Campingplatz gerudert. Abendessen gab es im Deutschen Haus nahe der Kirche. Die Auswahl für Essen und Trinken und der gute Geschmack fanden Anklang bei den dänischen Ruderinnen.
Der Sonntag lief routiniert ab. Zurückrudern zum ORC. Boote einlagern und die Reste der beiden Frühstücke als Picknick essen. Diesmal dann mit dem Transfer direkt zum Fährkai im Überseehafen.
Dank an Dagmar und Hans für die Bereitung des Frühstücks am Freitag und Sonnabend.

Das Gruppenfoto darf natürlich nicht fehlen (Foto: Druckrey)


Text: Wolfgang Krutzke
Fotos: Hans Druckrey