Pfingsten? Natürlich nach Schwaan und Bützow! – Von der Wanderfahrt 19. bis 21. Mai 2018 berichtet

Wenn das Pfingstfest naht, packen wir Rostocker Ruderer unsere Sachen, machen Boote, Zelte
und Zubehör klar, denn es geht traditionell auf die Oberwarnow. Wehmütig denken wir dann an
die schönen vergangenen Zeiten als wir noch von unserem Bootshaus in Gehlsdorf mit unseren
Booten starten konnten, um zu Wanderfahrten wie Pfingsten oder „Feuerzangenbowlenfahrt“ auf die Oberwarnow nach Papendorf, Schwaan oder Bützow aufzubrechen. Seit fünf Jahren macht die geschlossene Schleuse solche Touren in unserem Ruderrevier unmöglich. Also mussten wir uns in Kessin im ORC treffen und den dort stationierten C-Gig-Vierer „Bützow“ ruderklar machen. Kurz nach 10.30 Uhr sassen wir, Gerhard, Wolfgang, Frank, Tim und Hans, im Boot und ruderten bei strahlendem Sonnenschein Richtung Schwaan. Mit kleinen Pausen in Papendorf und auf einem privaten Grundstück kamen wir gegen 14 Uhr in Schwaan auf dem Campingplatz Sandgarten an. Tonner hatte als Fahrtenleiter nicht nur für das Ruderzeug gesorgt, sondern kam mit dem gesamten Equipment zum Grillen. Unsere Frauen, Marion und Dagmar, machten den Landdienst und fuhren die vollgepackten PKWs zum Zeltplatz. Ernie hatte Campingstühle zur Verfügung gestellt. Und Jörg war mitgefahren, um schon einmal „Wanderfahrt-Atmosphäre“ zu schnuppern. Er und die Frauen halfen beim Aufbau und Einrichten der beiden Zelte, spendierten Kuchen und blieben ein wenig in unserer fröhlichen Runde.
Nach einer kalten Nacht weckte uns herrlicher Sonnenschein. Am Pfingstsonntag ging es aufs
Wasser. Wir konnten ohne Probleme am späten Vormittag Richtung Bützow rudern. Bei Kambs
machten wir eine kleine Pause. In diesem Jahr wollten wir nicht über den Bützower See, sondern direkt am Warnow-Wehr fest machen. Gegen 13 Uhr sassen wir beim Imbiss im Eiscafé am alten Hafen. Nach ausführlicher Ruhepause und einem kleinen Stadtbummel durch Bützow stiegen wir wieder ins Boot und ruderten zum Quartier in Sandgarten. Am Abend wurde wieder lecker gegrillt.
Nachdem uns Dagmar mit Nachschub, Decken und Klamotten versorgt hatte, wurde die zweite
Nacht nicht so eisig. Ein morgendliches Bad in der Warnow stärkte die matten Glieder und müden Knochen. Das Abbauen und Packen ist bekanntlich nicht gerade ein Highlight einer solchen Wanderfahrt… Unsere Frauen standen uns aber ermutigend zur Seite und nahmen uns den ganzen Trödeltransport ab. So ruderten wir unbeschwert heimwärts; d.h. öfter war ein Durchkommen durch Stand-up-Paddler, ungeübte Sonntagskanuten und andere Hindernisse gar nicht so einfach.
Unterwegs begegneten wir den RRC Olympioniken Rene Burmeister („Burmi“), der jetzt als Trainer im Leistungszentrum arbeitet und einen Frauen-Zweier-ohne trainierte. In Papendorf wurde Pause mit Resteessen eingelegt. Dagmar und Marion empfingen dann die sonnengebräunte Crew auf dem ORC-Gelände mit Kaffee. Alle sehnten sich nach einem Bad unter der Dusche oder in der Badewanne, frischer Wäsche und ein wenig Schatten und Ruhe am Abend. Die Pfingstfahrt auf unserer Oberwarnow war wieder eine schöne, runde, gelungene Sache. Lob und Dank an den Anreger, Organisator und Fahrtenleiter Tonner und die zuverlässigen Helferinnen Marion und Dagmar. Im nächsten Jahr sind wir hoffentlich wieder dabei. D.h. es können ja mehr dabei sein: ein zweiter Vierer liegt in Kessin; bei Bedarf kriegen wir auch einen Transport von unserem Bootshaus auf die Reihe.
Berichterstatter: Hans Druckrey
Fotos: Hans Druckrey, Frank Zimmermann

Der Countdown läuft

Nur noch wenige Tage liegen zwischen heute und der diesjährigen Rostocker Regatta (16. bis 17. Juni). In diesem Jahr richtet der RRC wieder den Landesentscheid für die Qualifikation zum Bundeswettbewerb der Kinder der Bundesländer Mecklenburg- Vorpommern, Hamburg und Bremen aus. Gleichzeitig lädt der RRC in Kooperation mit dem Landessportbund Mecklenburg- Vorpommern und der Hansestadt Rostock zu den 18. Jugendsportspielen des Landes ein. Die Sportjugend bietet ein buntes Rahmenprogramm für die Jugendsportspiele an. Dazu zählt neben diversen Workshops auch die Skaternight. Infos zur Veranstaltung findet ihr hier.

Text: K. Köster

30. Herrentagsachter

Seit 1989 finden sich jedes Jahr am Herrentag die drei Rostocker Rudervereine auf dem Gelände des Rostocker Ruderclubs in Gehlsdorf ein, um in drei Gig-Achtern gegeneinander anzutreten. Diese schöne Tradition wurde auch in diesem Jahr fortgesetzt. Etwa 150 Zuschauer und Athleten trafen am Nachmittag bei schönstem Sonnenschein am Uferweg ein, um dem Spektakel beizuwohnen. In allen Booten waren viele Altersgruppen vertreten, was das gute Vereinsleben wiederspiegelt. Unter den Zuschauern waren auch viele ehemalige Leistungssportler und Trainer, für die dieser Termin fest im Kalender eingeplant ist. Die Boote gingen kurz vor 15:00Uhr auf das Wasser und ruderten zum Start. Moderiert wurde das Rennen von Wolfgang, der auch nochmal betonte, dass die Ruderer der Hochschulsportgemeinschaft (HSG) unter einem besonders großen Druck stehen. Die HSG hat den Himmelfahrtsachter die letzten zwei Jahre gewonnen. Bei einem Sieg in diesem Jahr würde der Wanderpokal also in deren Vereinshaus „wandern“.  Schiedsrichter Falk ließ die Boote dann einschwimmen und startete das Rennen fast pünktlich. Bei guten Bedingungen dominierte der Olympische Ruderclub (ORC) das Rennen von Anfang an. Die Ruderer der HSG kamen etwas schlecht vom Start weg und kämpften sich beeindruckend zurück ins Rennen. Unsere „Jungs“ konnten sich durch einen guten Start den zweiten Platz sichern und hielten auch die HSG auf Distanz. Unser Dank gilt allen Helfern und auch ausdrücklich der HSG und dem ORC die diese wichtige Tradition und damit auch den Rudersport in der Hansestadt am Leben erhalten.

Erster Eindruck – Lübecker Frühjahrsregatta

Zur alljährlichen Lübecker Frühjahresregatta, konnte man am letzten Wochenende einen ersten guten Eindruck über das Leistungsvermögen der Trainingsgruppe gewinnen. Bei bestem Wetter an beiden Tagen mit Sonnenschein und wenig Wind waren Bedingungen ideal für unsere erste auswärtige Regatta. Der RRC war mit 15 Sportlern vertreten.
Die 14 jährigen Jungen haben eine gute und solide Leistung auf das Wasser gebracht. Finn und Fabian konnten auf drei von vier Rennen eine Goldmedaille gewinnen. Die beiden fuhren zusammen mit Eric und Cornell zu einer Goldmedaille über die Langstrecke (3000 m) im Doppelvierer. Am Sonntag wurde für das 1000 m Rennen Cornell gegen Ben ausgetauscht. Der Doppelvierer konnte wieder am Siegersteg anlegen. Finn und Fabian konnten das Wochenende dann noch mit ihrer dritten Goldmedaille krönen.
Die jüngeren Ruderer konnten am Samstag über die Langstrecke ebenfalls am Siegersteg anlegen. Marten gewann erst im Einer und danach mit Willi im Doppelzweier. Leider blieb ihnen der Erfolg am Sonntag verwehrt, da sie dort gegen den älteren Jahrgang starten mussten.
Die Mädchen konnten in Lübeck leider keine Medaillen gewinnen. Sie konnten trotzdem gute Erfahrungen sammeln und gehen voller Optimismus in die nächsten Wettkämpfe.
Insgesamt konnten die RRC RudererInnen die 5. Platz beim Gummibärchenpokal (Gesamtvereinswerbung) belegen.

Text: P. Heinrich


Text: P. Heinrich

Die Deutschen Kleinboot-Meisterschaften (Einer im Skull-, Zweier ohne Steuermann im Riemenbereich) am Sonnabend und Sonntag auf dem Essener Baldeneysee sind der zweite bedeutsame Saisontermin der nationalen Ruder-Elite.

Bitter: Julia Leiding vom Rostocker RC von 1885, die in der vergangenen Saison durchgängig für das deutsche Nationalteam im Einsatz war, fehlt krankheitsbedingt bei diesem wegweisenden Wettkampf. Sie klagte vor allem über hartnäckigen Husten, musste eine Woche komplett mit dem Training aussetzen und fing erst am Montag ganz leicht wieder an.

Julia Leiding im Einer – krankheitsbedingt konnte sie nicht teilnehmen (Foto: Richter/NNN)

„Ein Start ist definitiv nicht möglich, wurde mir auch von Verbandsarzt Dr. Ulrich Kau untersagt. Das Risiko sei einfach zu groß“, so die 23-Jährige. „Aber hinsichtlich der internationalen Höhepunkte 2018 ist das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen. Es gibt ein Kontingent von vier Plätzen für die zwei Trainingswochenenden in Berlin (zwischen den Deutschen Meisterschaften und der 100. Hügelregatta ab 11. Mai ebenfalls in Essen – d. Red.), die von Bundestrainer Marcin Witkowski bestimmt werden können, und ich hoffe auf eine positive Einzelfall-Entscheidung.“

Heimcoach René Burmeister versucht ebenfalls, die Ruhe zu bewahren: „Zum Glück hatte Julia kein Fieber. Wir müssen vorsichtig sein. Sie soll lieber einen Tag länger kürzer treten, aber dann wird sie schnell wieder fit.“

Hinsichtlich der weiteren MV-Nationalmannschafts-Kandidaten* wünscht sich der 33-Jährige, „dass sie ins A-Finale kommen, also unter die besten Sechs. Bei den Riemen-Männern ist es eine enge Nummer, da können zehn Boote reinrudern. Vielleicht auch das von Malte Daberkow, dem ich eine Überraschung zutraue. Es kommt darauf an, auf den Tag gut abzuliefern.“ Das gilt auch für Frauke Hacker, die am Ende „natürlich in den Frauen-Achter kommen“ möchte und hofft, „dass unser Zweier in Essen auf einen der ersten drei Plätze fährt und das Niveau insgesamt gut ist (siehe auch Hintergrund – d. Red.)“. Zugute kommen könnte ihr, dass sie im Vorfeld gemeinsam mit ihrer Potsdamer Partnerin zwei Wochen lang direkt unter dem zuständigen Bundestrainer Sven Ueck arbeiten konnte.

Gespannt sein darf man darauf, ob die beiden „alten“ Rückkehrer, Marie-Louise Dräger (37) und Stephan Krüger (29), ihr großartiges Abschneiden von der Frühjahrs-Langstrecke in Leipzig wiederholen können. Vor knapp zwei Wochen war vor allem Ausdauer gefragt, jetzt hingegen mehr die Spritzigkeit, und die übliche internationale Renndistanz sind nicht sechs, sondern zwei Kilometer. René Burmeister: „Ich denke aber schon, dass man viel von ihnen erwarten kann und auch sie ins Finale fahren.“

Text: Richter/NNN

Angelique und Julia gewinnen die NNN Sportlerwahl

Die erfolgreichen Rostocker Ruderer mit Trainer Rene Burmeister (2vl) und Paul Heinrich (1vr), sowie Ruderin Julia Leiding (5vl). Foto: Peter Richter/NNN


Annähernd 200 Gäste feierten gestern Abend im VW-Autohaus Ferdinand Schultz Nachfolger die von den Leserinnen und Lesern der NNN gewählten populärsten Sportler/innen von Rostock und Umgebung. Die Umfrage 2017, für die eine Vorschlagsliste mit 75 Kandidat(inn)en aufgestellt worden war, lief über einen Zeitraum von 70 Tagen, von kurz vor Weihnachten 2017 bis einschließlich Februar 2018.
Mit 739 bekam nicht unerwartet Hannes Ocik, Weltmeister mit dem Deutschland-Achter, die meisten Stimmen. Da er sich in Dortmund intensiv auf die Deutschen Kleinboot-Meisterschaften am Wochenende in Essen vorbereitet, fiel ein rascher Abstecher in seine Geburtsstadt aus. Per Videobotschaft war Hannes dennoch dabei und teilte, teils mit Augenzwinkern, mit: „Das ist eine große Wertschätzung. Ich bedanke mich, dass ich von den Leserinnen und Lesern der NNN so viele Stimmen bekommen habe, obwohl ich für die Schweriner Rudergesellschaft starte – aber ich wohne ja in Rostock. Ich wäre echt gern gekommen, aber zur Zeit muss das Training hier Vorrang haben.“
Am spannendsten ging es im Wahlzeitraum bei den Mannschaften zu, wo nach Auszählung aller Stimmen, die per Post oder Mail in der Redaktion eintrafen, die Beachsoccer-Robben und die Drachenbootsportler der KfRG Seebären exakt gleichauf lagen – das gab es in der Geschichte der NNN-Sportlerumfrage nie zuvor. Für die letztlich noch recht klare Entscheidung zu Gunsten der Strandkicker gab das Internet-Voting den Ausschlag.
Rang drei ging an die Fußballer des FC Hansa. Als die Platzierung vorher durchsickerte, mimte Trainer Pavel Dotchev den Enttäuschten und forderte seine Begleiter – Vorstandsvorsitzender Robert Marien sowie die Spieler Stefan Wannenwetsch und Kapitän Amaury Bischoff – auf: „Kommt, wir gehen.“ Natürlich im Spaß. Geradezu den Schalk im Nacken hatte Dotchev, als er bei der eigentlichen Ehrung NNN-Redaktionsleiter und Conférencier Dietmar Tahn das Ziel des FC Hansa für die nächste Saison verriet: „Platz eins zu machen – hier bei Ihnen.“ Bemerkenswert: Die Hanseaten landeten erstmals seit der Umfrage 2010 (damals befanden sie sich auf dem Weg zum Aufstieg in die 2. Bundesliga) wieder auf einem Podestplatz bei der NNN-Wahl.
Hannes Knüppel vom würdigen Sieger in der Kategorie Mannschaften nutzte die
Gelegenheit, eine Einladung an die Rasen-Kollegen aus der 3. Liga auszusprechen: „Wenn ihr Bock habt, kommt gern im Sommer in der Vorbereitung mal bei uns am Strand vorbei.“
Ebenso wie die Veranstaltung hat auch das gute Abschneiden der Ruderinnen und Ruderer Tradition. Diesmal räumten sie gar in allen Rubriken, in denen sie gelistet waren, die „Goldmedaillen“ ab. Julia Leiding kam fast direkt vom Krankenbett zu ihrer Auszeichnung als Siegerin bei den Frauen: „Ich habe mir einen Infekt eingefangen, musste eine Woche lang pausieren und habe erst gestern wieder mit ganz leichtem Training begonnen.“
Für die musikalische Umrahmung sorgte singend und am Klavier die Rostockerin Susi Koch, die soeben ihr erstes Album „Mit dem Kopf durch die Wand“ herausgebracht hat und einige Stücke daraus vortrug.
Wie populär neben den Sportlern aus dem Verbreitungsgebiet der Zeitung auch die NNN-Umfrage selbst ist, zeigte eine erneut überwältigende Resonanz. Selbst Sportfreunde aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beteiligten sich.
So haben wir wohl gar keine andere Wahl, als auch für 2018 wieder die Populärsten der Körperertüchtigung zu ermitteln. Die ersten Kandidaten stehen fest. Zum Beispiel Moritz Langer, der vor wenigen Tagen Deutscher A-Jugend-Meister im Freistilringen wurde.
Text: Peter Richter/NNN
Foto: Peter Richter/NNN

Anrudern 2018

Anrudern 2018

Am vergangenen Wochenende fand unser alljährliches Anrudern statt. Trotz windigem Wetters trafen sich viele unserer Mitglieder für einer erste große Ausfahrt.
Doch im Vorfeld konnten wir noch einen neuen Kindereiner in unserer Bootsflotte aufnehmen und auf den Namen Condor taufen. Anschließend ging es in vielen Mannschaftsbooten aufs Wasser – vom Zweier bis zum Achter war alles vertreten. Als alle Ruderer wieder an Land und Boote, Riemen und Skulls in der Halle untergebracht waren, gab es noch Kaffee, Kakao und Kuchen.
Text: K. Köster
Foto: H. Druckrey

Frühjahrslangstrecke Leipzig

Am 07. /08. April 2018 traf sich Deutschlands Ruderelite zu einem ersten Kräftemessen in Leipzig. Samstag stand die Leistungsüberprüfung über 2000m auf dem Ergometer an, Sonntag ging es im Kleinboot dann über die 6000m –Distanz.
RRC-Sportlerin Julia Leiding war nach dem Ergotest mit ihrem Ergebnis (persönliche Bestzeit) zufrieden. Gemeinsam mit ihrem Trainer R. Burmeister hatte sie sich für das Einerrennen am Sonntag vorgenommen, besonders auf der zweiten Streckenhälfte eine kontinuierliche Geschwindigkeit zu halten. Dies gelang ihr auch sichtbar besser als in den Vorjahren. Allerdings konnte sie nicht ihre Stärke auf dem ersten Streckenviertel zeigen, so dass sie als 6. über die Ziellinie fuhr.

Die Ergebnisse der weiteren MV-Starter:
Stephan Krüger (SM 1x) und Marie-Louise Dräger (SF/LG 1x) jeweils 2.Platz
Frauke Hacker (SF 2-) 3.Platz
Malte Daberkow (SM 2-) 6.Platz
Hannes Ocik (SM 2-) 7.Platz
Carolin Dold (SF 2-) 8.Platz
Felix Drahotta (SM 2-) 9.Platz

Bereits in zwei Wochen geht es dann auf dem Essener Baldeneysee um die Meistertitel im Kleinboot.

Text: RRC

Der RRC in der NNN – Julia hat sich gequält, auch wenn es kalt und windig war

Zur aktuellen Situation bei den hiesigen Top-Ruderern antwortete Olympiastützpunkt-MV-Trainer René Burmeister auf die Fragen von NNN-Redakteur Peter Richter.

Julia Leiding mit Trainer René Burmeister. (Foto: Peter Richter/NNN)

Fangen wir mit Weltmeister Hannes Ocik an, Schlagmann des Deutschland-Achters. Wie ist bei ihm der Stand der Dinge?

René Burmeister: Hannes trainiert zwar erst seit Februar wieder zusammen mit Jakob Schneider, seinem Weltmeister-Kollegen vom Ruderklub am Baldeneysee Essen, aber im Gegensatz zum Vorjahr war diesmal eine gemeinsame Vorbereitung möglich. Ich glaube, die beiden haben noch mal einen guten Schritt gemacht.

Malte Daberkow hingegen durfte nicht mit ins Camp nach Portugal. Seine Enttäuschung dürfte riesengroß gewesen sein.

Ja, natürlich. Aber Malte und sein Zweier-Partner Nico Merget (Frankfurter RG Germania 1869) haben sich gut aufgerafft nach dem Motivations-Loch, in das sie da gefallen sind. U23-Trainer Peter Thiede*, der die beiden zu Hause in Dortmund betreute, war zufrieden mit ihnen.

Bleiben wir noch bei den Riemen-Spezialisten. Hier gab es ja im weiblichen Achter 2017 eine besondere Situation. Gibt es sie noch?

Im vorigen Jahr war das ein reines U23-Projekt, da war der A-Bereich ausgeschlossen. Der Achter mit unseren Mädchen Frauke Hacker, Carolin Dold und Leah Labudde** wurde bei der U23-WM in Plovdiv Vierter. Mit dem Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hat die Bildung eines Achters weiterhin Priorität, aber jetzt sozusagen wieder für alle, für die A-Frauen und die U 23.

Frauke und Caro hatten einen Zweier gebildet, Letztere wechselte dafür extra von der Backbord- auf die Steuerbord-Seite. Doch diese Variante ist mittlerweile vom Tisch, oder?

Ja, zu meiner Enttäuschung, muss ich sagen. Weil leider beide auch zu ungünstigen Zeitpunkten mit Krankheiten zu tun hatten und deshalb zum Beispiel bei der Kaderüberprüfung Anfang Dezember in Dortmund fehlten, traf Bundestrainer Sven Ueck die Entscheidung, dass Frauke gemeinsam mit der Potsdamerin Anna Härtl fährt und Caro mit der ebenfalls in Potsdam lebenden Sina Kühne vom Dresdner RV.

Zu den Skullern. Wie steht es um Julia Leiding?

Ihr kann ich eine gute Entwicklung bescheinigen. Im Camp in Portugal wurde vermehrt Doppelvierer und Doppelzweier gefahren. Wir haben auch hier vor Ort ein Trainingslager durchgeführt. Auch wenn es sehr kalt und windig war, hat sie sich trotzdem rausgetraut und gequält. Über Julia brauche ich mich nicht zu beschweren. Bei ihr war soviel Belastung möglich wie noch nie um diese Zeit, weil sie anders als sonst gesund geblieben ist.

Stephan Krüger steuert offenbar ernsthaft seine vierten Olympischen Spiele an?

Soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, ist er jedenfalls von den Belastungen sehr weit vorn dabei. Ich glaube, wir können einiges von ihm erwarten. Was mich an ihm – der ja als Vereinskamerad früher auch mein direkter Kontrahent war – immer wieder beeindruckt, ist, was er in allen Komponenten – Schnell- und Maximalkraft sowie Ausdauer – in den Wettkämpfen rausholt.

Bleibt Marie-Louise Dräger, die ja ebenfalls zum vierten Mal Olympia als Aktive erleben möchte.

Mit Marie habe ich eher wenig zu tun. Sie hat ihr Boot bei uns in Kessin, trainiert hier, und auch wenn sie immer schon Einzelkämpferin war, ist sie doch auf sich allein gestellt beziehungsweise lässt sich, soviel ich weiß, von ihrem Lübecker Heimtrainer Björn Lötsch per Internet und Video betreuen. Ich bin gespannt darauf, wie sie jetzt in Leipzig abschneidet.

* ehemals ORC Rostock, nahm als Achter-Steuermann an vier Olympischen Spielen teil (Silber 1996 in Atlanta), wurde darüber hinaus Weltmeister 1993, 1995 und 2006 ** wie Carolin Dold vom Greifswalder RC Hilda 1892, hat aber inzwischen ihre Laufbahn beendet

Text: Peter Richter/NNN